Tech-Konzerne bauen weltweit neue Rechenzentren, auch Österreich ist im Focus. Aktivist:innen in Oberösterreich kämpfen gegen ein neues Google-Projekt. Sie warnen vor Chemieunfällen, erhitztem Wasser und höheren Strompreisen.

Kronstorf in Oberösterreich, Stetten bei Korneuburg, Nickelsdorf/Mönchhof im Nordburgenland, Leopoldsdorf bei Wien – was all diese Orte verbindet? Auf den ersten Blick eigentlich recht wenig. Sie könnten jedoch allesamt künftig digitale Knotenpunkte werden.

Eine Recherche von Philipp Gartlehner und Michael Bonvalot

Denn überall dort werden KI-Datencenter entweder bereits errichtet, gerade geplant oder wurden beantragt. Weitere Standorte in Österreich werden im Zuge des aktuellen KI-Booms erwartet. Microsoft etwa hat schon im Juni 2025 eine „Rechenzentrumsregion“ mit drei Rechenzentren in Wien eröffnet, genaue Standorte wurden nicht genannt. Weitere Microsoft-Rechenzentren im Großraum Wien sind laut Konzern geplant.

Hochspannung und Wasser

Doch warum wollen Techgiganten gerade in beschaulichen Orten wie Kronstorf, Stetten, Nickelsdorf/Mönchhof oder Leopoldsdorf ihre Rechenzentren aufbauen? Es gibt eine wichtige Verbindung: In allen genannten Orten gibt es bereits Hochspannungsleitungen mit 380 Kilovolt (kV). Und die sind eine wichtige Vorbedingung für so ein Projekt. Ebenfalls enorm wichtig: genug Kühlwasser.

Auch das ist in (fast) allen genannten Orten gegeben: Kronstorf (Bezirk Linz-Land) liegt an der Enns, Korneuburg nördlich von Wien an der Donau und nahe Leopoldsdorf verläuft die Schwechat. Einzig im Nordburgenland müsste möglicherweise auf Grundwasser zurückgegriffen werden.

Der Neusiedler See im August 2022.

Das wiederum sorgt im Burgenland für Debatten, denn der Seewinkel ist schon jetzt eine der trockensten Regionen Österreichs, sogar der nahegelegene Neusiedler See droht mittelfristig komplett auszutrocknen. Doch trotz solcher Gefahren wird weitergeplant – zu verführerisch sind offenbar für viele Gemeinderäte die möglichen Einnahmen.

„Rechenzentren-Bingo“

Wo künftig in Österreich weitere Rechenzentren entstehen könnten? „Einfach der 380kV-Netzkarte an diejenigen Orte folgen, wo auch ausreichend Kühlwasser vorhanden ist, schon können wir Rechenzentren-Bingo spielen“, erklärt Harald Müllner. Er ist Aktivist der „Bürger:inneninitiative Rechenzentrum Kronstorf“ (BI Kronstorf), die dem vermutlich am weitesten fortgeschrittenen Großprojekt in Oberösterreich skeptisch gegenübersteht.

Kronstorf ist ein Ort mit etwas mehr als 3.500 Einwohner:innen, zwischen fruchtbaren Feldern an der Enns gelegen. Und genau gegenüber, am anderen Ufer der Enns, ist praktischerweise einer der zentralen Netzknoten des österreichischen Stromnetzes.

Widerstand an der Enns

Harald Müllner vernetzt, kommuniziert, recherchiert und schreibt Anfragen an Behörden, manchmal bis zu sechs Stunden am Tag, wie er mir erzählt. Dabei scheut er auch keine Meetings in der brütenden Stadthitze – wie etwa bei unserem Interview an einem rekordverdächtig heißen Sommertag in einem Gastgarten in Linz-Urfahr. Eine Erinnerung an die Klimakrise.

Beruflich arbeitet Müllner in der Informations- und Kommunikationstechnik, er ist also weder Maschinenstürmer noch Technikverweigerer. Doch Müllner nennt gewichtige Kritikpunkte am geplanten Rechenzentrum in Kronstorf, etwa die Erhitzung des Kühlwassers.

Fast sechs Millionen Liter aufgewärmtes Wasser pro Tag

Laut wasserrechtlicher Bewilligung dürfte Google in Kronstorf 99 Liter Wasser pro Sekunde mit einer Maximaltemperatur von 30 Grad Celsius in die Enns einleiten. Das wären 5,8 Millionen Liter erwärmtes Kühlwasser – pro Tag.

Demo gegen das Google-Rechenzentrum am 11.09.2026 in Linz. Dieses und alle weiteren Bilder der Demo: KI Kronstorf, mit freundlicher Genehmigung.

Dazu wurde von der Bürger:inneninitiative kürzlich auch eine Anfrage beim Amt für Umweltschutz in Oberösterreich eingereicht: Wie wird sich das Wasser auswirken, wenn es in die Enns rückgeleitet wird? An der Messstelle in Steyr, einige Kilometer vor Kronstorf, wurde heuer während der Hitzewelle am 5. August bereits eine Temperatur von 22,3 Grad gemessen, wie aus dem Online-Dienst wassertemperatur.at sowie Daten des Landes Oberösterreich hervorgeht.

Was bedeutet das Rechenzentrum für die Umwelt?

Sollten so hohe Temperaturen künftig öfter erreicht werden, wie würde sich das auf die benötigte Kühlwassermenge auswirken? Dazu ist unklar, wie sich das warme Wasser auf Fische und andere Wasserorganismen auswirkt und ob hier negative Konsequenzen zu befürchten sind.

Die BI Kronstorf warnt: Die dauerhafte Erhöhung der Wassertemperatur „gefährdet das biologische Gleichgewicht des Flusses und reduziert den Sauerstoffgehalt. Dazu würde mit dem eingeleiteten Warmwasser der Einsatz von Bioziden und chemischen Konditionierungsmitteln zur Vermeidung von biologischem Bewuchs sowie Kalk- und Korrosionsschäden im Kühlkreislauf erforderlich.

Schon jetzt herrscht im Sommer in der Region Wassermangel

Und es gibt noch eine weitere entscheidende Frage: Was passiert bei niedrigen Wasserständen, die in der Klimakrise immer häufiger werden? Im Sommer 2026 mussten beispielsweise in Frankreich, Ungarn und Rumänien sogar Atomkraftwerke heruntergefahren werden, weil Flüsse nicht mehr genug Wasser für die notwendige Kühlung führten. Der Wassermangel zeigt sich auch schon in der Region rund um Kronstorf.

 

 

So musste die Nachbargemeinde Hargelsberg am 31. Juli 2026 die Bevölkerung über soziale Medien zum Wassersparen aufrufen: „Durch die anhaltende Hitze und den außergewöhnlich hohen Wasserverbrauch stoßen unsere Anlagen jedoch zunehmend an ihre Belastungsgrenzen“, hieß es seitens der Gemeinde.

Widerstand von der Enns bis nach Italien

Müllner erzählt auch von zufälligen Kontakten mit Aktivist:innen aus Italien, die die Menschen in Kronstorf unterstützen wollen. „Mach lieber was vor Ort, bei dir in Italien“, hätte er ihnen gesagt – und prompt hätten sie das auch getan.

Italien ist dabei ein gutes Stichwort! Denn in Seveso ereignete sich 1976 ein folgenschwerer Industrieunfall, der als Sevesounglück bekannt wurde. Damals trat im Großraum Mailand in einer Tochterfabrik des Pharmakonzerns Roche hochgiftiges Dioxin aus, Böden wurden über Jahre hinaus vergiftet.

Die großartige Politband Schmetterlinge hat das Unglück danach musikalisch verarbeitet: „Addio Seveso, Addio, wir lassen Dich giftig zurück! Addio Seveso, Addio, wer weiß, wenn´s das nächste Mal trifft (…) wir leben für´s Glück der Profite und sterben auch manchmal für sie“.

Wie gefährlich sind mögliche Giftgas-Unfälle in Datenzentren?

Das Unglück war so verheerend, dass es sogar namensgebend für die „Seveso III Richtlinie“ aus dem Jahr 2012 wurde. Es ist die EU-Richtlinie zur Vermeidung von Gefahren durch schwere Unfälle mit gefährlichen Stoffen, auch Störfall-Richtlinie genannt.

Wer heute den Wikipedia-Artikel zur Richtlinie klickt, bleibt geographisch gleich in der Nähe von Kronstorf: Abgebildet ist passenderweise ein Foto eines großen Ammoniak-Tanks im Chemiepark Linz – als Beispiel, wofür diese Richtlinie angewandt wird.

Warum das alles in diesem Zusammenhang wichtig ist? Auch in Datenzentren werden schwerwiegende Chemikalien wie Schwefelsäure, Chlordioxin und die Ewigkeitschemikalie PFAS im Kühlsystem eingesetzt. Was passiert, wenn es brennt oder wenn sonstige Schäden an der Anlage auftreten?

Sorglose Behörden

Laut einem Gutachten und dem wasserrechtlichen Bescheid wären weder der Wasserverbrauch noch die Chemikalien wie Schwefelsäure, Chlordioxin und die Ewigkeitschemikalie PFAS im Kühlwasser problematisch. Es solle auch nur zu geringfügigen Änderungen des PH-Werts des Flusswassers führen. Und das rückgeleitete Kühlwasser würde laut Behörden nur zu einer geringfügigen Erwärmung der Enns führen.

Diese Angaben betreffen allerdings einen Bereich der Enns, an dem sich das rückgeleitete Wasser vollkommen vermischt haben soll. An der Stelle, wo eingeleitet wird, kann allerdings logischerweise mit höherer Temperatur und Belastung gerechnet werden.

Lärm als unterschätzte Gefahr

Belastet werden könnten auch die Menschen in der Umgebung, und zwar durch Lärm. Ein warnendes Beispiel ist etwa ein riesiges Rechenzentrum von Microsoft im US-Bundesstaat Wisconsin – laut Microsoft das „leistungsstärkste Rechenzentrum der Welt“. Dort verklagen Anwohner:innen aktuell den Konzern wegen der enormen Lärmbelästigung.

Bild: Michael Bonvalot

Die Anwohnerin Amy Cimbalnik berichtet gegenüber dem „Milwaukee Journal Sentinel“, der Lärm des Rechenzentrums wäre „ähnlich wie der summende Motor eines Güterzugs, der in der Nähe abgestellt“ sei. Und dieser Ton wäre „rund um die Uhr“ zu hören.

Das könnte auch in Österreich zum Problem werden. So warnt die BI Kronstorf: Die vorliegende Lärmbeurteilung basiere „Überprüfung der gesetzlichen Dezibel-Grenzwerte, welche Lärm vorwiegend als temporäre oder tageszeitabhängige Spitzenbelastung erfasst“. Damit aber würde die dauerhafte Lärmbelastung durch ein Rechenzentrum nicht ausreichend erfasst.

Google wird viel mehr Strom brauchen als alle Haushalte in Oberösterreich

Das Rechenzentrum wird auch ein enormer Energiefresser. Bis zu 4,4 Millionen Terawattstunden Strom soll es pro Jahr benötigen, wie etwa das EnergyNewsMagazine berichtet. Zum Vergleich: Ganz Oberösterreich verbrauchte laut Energiebericht im Jahr 2024 insgesamt 14 Terawattstunden – obwohl Oberösterreich mit Stahl-, Metall- und Chemieindustrie sogar jetzt schon einen besonders hohen Stromverbrauch hat.

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Laut einer Schätzung des Übertragungsnetzbetreibers Austrian Power Grid (APG) könnte der jährliche Strombedarf des Google-Rechenzentrums im Vollausbau dem Verbrauch von bis zu 900.000 Haushalten entsprechen. Wiederum zum Vergleich: in ganz Oberösterreich gibt es rund 676.000 Privathaushalte. Wir sprechen hier also von gigantischen Mengen benötigter Energie.

Strompreise könnten „durchaus“ steigen

Fraglich ist auch, wie sich der riesige Stromverbrauch von Google auf die Netzkosten und auf die Strompreise auswirken wird. Ivona Brandić, Professorin an der Technischen Universität Wien, warnt in der ZIB2 vom 22. September: Die Strompreise könnten durch die Rechenzentren „durchaus“ steigen. Ihre Erklärung: „Mehr Bedarf bei gleichem Angebot kann dazu führen, dass die Strompreise steigen“.

Und wie gut das Stromnetz die zusätzliche Belastung verträgt? Ebenfalls unklar. Ob es die nötige Netzkapazität überhaupt gäbe, sei „schwierig zu sagen“, so Expertin Brandić. Die Bürger:inneninitiative Kronstorf sieht hier ebenfalls Klärungsbedarf und warnt: Es drohe eine „massive physische Zusatzbelastung der heimischen Stromnetze, die letztlich den Preisdruck auf die Tarife der oberösterreichischen Haushalte verschärft“.

„Österreich kann den Strom nicht einfach herbeizaubern“

Harald Müllner von der Bürger:inneninitiative sieht die Strom-Problematik äußerst kritisch: „Österreich kann den Strom nicht einfach herbeizaubern.“ Er erinnert auch daran, dass durch die Trockenheit Flusskraftwerke schon jetzt weniger Energie erzeugen.

Und sogar ohne das Google-Rechenzentrum sollte Oberösterreichs Industrie dringend ihre strompolitischen Hausaufgaben machen. So muss etwa der Stahlerzeuger VOEST mit 12.000 Arbeitsplätzen alleine in Linz dringend dekarbonisiert werden, damit weniger oder keine klimaschädlichen Gase wie CO2 ausgestoßen werden.

Kommt Atomstrom durch die Hintertür?

Woher der grüne Strom für Haushalte, angeblich grünen Stahl und zusätzlich auch noch Rechenzentren herkommen soll, ist unklar: Schon heute wird Atomstrom aus Nachbarländern importiert, wenn die erneuerbare Energie knapp wird. Es steht die Befürchtung im Raum, dass somit künftig noch mehr klimaschädlicher Atomstrom importiert wird. Die Bürger:inneniniative Kronstorf warnt deshalb vor „Atomstrom durch die Hintertür“.

Dazu verläuft auch noch der dringend notwendige Ausbau der Windkraft in Oberösterreich äußerst schleppend. Kein Wunder, so führt die in Oberösterreich mitregierende FPÖ samt der rechten Verschwörungsszene einen regelrechten Feldzug gegen Windkraftwerke. Obwohl sich laut einer repräsentativen neuen Umfrage von August dieses Jahres 78 Prozent der wahlberechtigten Oberösterreicher:innen für einen rascheren Ausbau der Windkraft im Land aussprechen.

Was tun mit der Abwärme?

Das Rechenzentrum wird allerdings nicht nur Energie verbrauchen, sondern auch enorm viel Abwärme erzeugen. Doch was mit dieser Hitze passieren soll, ist völlig unklar. Google hat keine Vorgaben, die Abwärme verpflichtend zu nutzen, würde sie aber nach eigenen Angaben kostenlos abgeben. Wie das praktisch umgesetzt werden soll, hängt allerdings in der Luft.

Für Google wurde zwar Infrastruktur wie Strommasten, Leitungen und Umspannwerke errichtet. Doch es gibt keinerlei Verpflichtung zur Errichtung einer Netzanbindung zur Wärmenutzung. Dabei liegt Kronstorf gerade einmal rund 10 Kilometer nördlich der Industriestadt Steyr mit ihrem großen Automotive-Sektor. Sinnvolle Synergien würden auf der Hand liegen.

Wo ist die Umweltverträglichkeitsprüfung?

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Viele wichtige Fragen werden während des Baus auch gar nicht ausreichend gestellt und geprüft – denn eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das Projekt ist aktuell nicht notwendig. Rechenzentren sind nicht als „Schutzgut“ vom UVP-Gesetz erfasst. Dazu wurden laut Harald Müllner Grenzen, deren Überschreitung zu einem UVP-Verfahren führen müssten, immer wieder „knapp unterschritten“.

Zumindest das soll sich künftig ändern. Mitte September hat die Regierung einen Entwurf für eine neue Novelle veröffentlicht. Der Inhalt: Rechenzentren mit einer installierten Anschlussleitung von mindestens 100 Megawatt sollen künftig einer verpflichtenden UVP-Prüfung unterliegen. Und für Rechenzentren in besonders schutzwürdigen Gebieten gilt eine Anschlussleistung von mindestens 50 Megawatt.

Damit würde auch das Google-Rechenzentrum eine UVP benötigen, wo schon in der ersten Ausbaustufe eine Leistung von 150 Megawatt vorgesehen ist. Allerdings ist noch offen, ob bei Annahme der Novelle auch für das Rechenzentrum in Kronstorf doch noch eine Umweltverträglichkeitsprüfung möglich und notwendig würde.

Wer braucht all diese Rechenzentren?

In Europa und den USA entbrennt aktuell immer mehr die Grundsatzdebatte über Rechenzentren. Dabei geht es insbesondere um Auswirkungen auf Energie- und Wasserverbrauch, aber auch um die Lärmbelastung, etwa durch zusätzliche Dieselgeneratoren. Und schließlich geht es auch um eine Grundsatzfrage: wofür all das überhaupt nötig sein soll.

Einen sehr großen Teil der globalen Rechenleistung benötigen die Big-Data-Konzerne, also etwa Alphabet (Google, Youtube), Amazon, Baidu, Microsoft oder Meta (Facebook, Insta, WhatsApp). Dazu kommt der Boom durch KI-Suchergebnisse über ChatGPT, Gemini und Co: Diese alltäglichen Services benötigen Rechenleistung und Ressourcen, um uns im kontinuierlichen Fluss der personalisierten Datenströme gefangen zu halten.

Bild: Michael Bonvalot

Dazu kommen Generatoren mit enormen Nutzer:innenzahlen und multimodalen Angeboten im Bereich Audio-Video, aber auch Anwendungen rund um Biometrie wie Fingerprintscans oder Gesichtserkennung. Es ist allerdings oft schwer einzuschätzen, wer wofür wieviel Rechenleistung exakt benötigt, da etwa staatliche Überwachung vielfach über private Anbieter abgewickelt wird und damit genaue Zahlen fehlen.

Wird KI uns alle töten?

Offensichtlich ist, dass zusätzliche Rechenleistung notwendig ist, um alle Services zu betreiben, die viele von uns täglich nutzen. Doch gleichzeitig ist eine gesamtgesellschaftliche Diskussion über die Auswirkungen und Folgen von Rechenzentren dringend notwendig. Die Notwendigkeit der Rechenzentren ergibt sich vor allem aus der stark steigenden KI-Nutzung. Nun gibt es hier sicherlich sehr sinnvolle Einsatzgebiete.

Doch gleichzeitig gibt es immer öfter Berichte, wo sich KI-Modelle gefährlich selbstständig machen – während die großen KI-Konzerne ihren Wettbewerb um das immer neueste und schnellste Modell ohne Rücksicht vorantreiben. Jüngst bekannte sogar der Chef des KI-Riesen Anthropic, Dario Amodei, in einem längeren Artikel auf seiner Website: KI-Agenten könnten schon in sechs bis zwölf Monaten in der Lage sein, das gesamte Internet zu übernehmen.

Der Schaden könnte laut Amodei „hunderte Milliarden Dollar“ betragen.Und ab da würde der potentielle Schaden sogar noch weiter zunehmen, „sollte die KI ohne die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen noch leistungsfähiger werden“, so der Anthropic-Boss.

Und der führende KI-Wissenschaftler Evan Hubinger warnte jüngst auf Twitter/X: „Wir glauben tatsächlich ernsthaft waren, dass KI alle Menschen töten könnte.“ Er selbst glaube, dass die Möglichkeit dafür bereits in den nächsten zehn Jahren bei mehr als 10 Prozent liege.

Ob wir unter diesen Bedingungen wirklich ohne tiefergehende Diskussionen immer neue Rechenzentren bauen sollten?

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